• Elena

Diese Bindungstypen gibt es und darauf solltest du achten



Wir alle führen die verschiedensten Beziehungen in unserem Leben: Beziehungen mit der Familie, Beziehungen mit Freunden, mit Arbeitskollegen oder Liebesbeziehungen. Dementsprechend spielen Beziehungen auch eine sehr wichtige Rolle in unserem Leben.


Doch manchmal ist es gar nicht so einfach eine Beziehung zu führen und Vertrauen aufzubauen.


Wahrscheinlich hast du selbst auch schon die Erfahrung gemacht: Du befindest dich in einer Beziehung und wünscht dir entweder mehr Intimität oder du wünscht dir mehr Freiheit. Dir ist vermutlich auch häufig aufgefallen, dass es manchen Menschen einfacher fällt eine Bindung und Vertrauen aufzubauen, als anderen.

Häufig können diese Unterschiede aber auch zu echten Problemen führen.


Um sich selbst und andere Menschen besser verstehen und unterstützen zu können, macht es deshalb Sinn sich verschiedene Bindungstypen anzuschauen, um ggf. auch besser auf den Gegenüber eingehen zu können.


Welche Bindungstypen gibt es?


Basierend auf den Studien von Cindy Hazan und Phillip Shaver, wird in der Psychologie zwischen vier unterschiedliche Bindungstypen unterschieden:

Sichere Bindung (secure attachment)


Laut den Studien von Hazard und Shaver gehören 56% aller Erwachsenen zu den sicheren Bindungstypen. Das bedeutet, dass es ihnen in der Regel nicht schwer fällt eine liebevolle und sichere Beziehung zu anderen Menschen aufzubauen. Hierzu gehört auch, dass sie in der Lage sind Vertrauen und Intimität aufzubauen.



Unsicher – ängstliche Bindung (anxious attachment)


Wie der Name schon sagt unterscheidet sich der unsicher – ängstliche Bindungstyp durch sein hohes Maß an Ängstlichkeit und Abhängigkeit von dem sicheren Bindungstyp. Häufig leiden die Erwachsenen unter Verlustängsten und mangelndem Selbstvertrauen. Dennoch sehnt sich der unsicher - ambivalente Bindungstyp nach zwischenmenschlichen Beziehungen. Dadurch benötigt dieser Bindungstyp auch häufig viel Bestätigung, Anerkennung und Zuneigung von seinem/ ihrem Partner, weswegen er/sie auch oft als “anhänglich” betitelt wird.



Unsicher – vermeidende Bindung (avoidant attachment)


Menschen, die zu dem unsicher - vermeidendem Bindungstyp gehören, fühlen sich durch Beziehungen oft eingeschränkt und haben das Gefühl, dass ihre Autonomie in einer Beziehung verletzt wird. Sie sind sehr auf Unabhängigkeit bedacht und zeigen häufig Angst vor Intimität und Bindung. Auf andere Menschen wirkt dieser Bindungstyp aber auch oft distanziert und gleichgültig.



Ängstlich - vermeidende Bindung (fearful - avoidant attachment)


Dieser Bindungstyp leidet oft unter Bindungsängsten und bevorzugt deshalb auch seine Unabhängigkeit. Zugehörige scheuen sich davor sich zu öffnen, sowie Vertrauen und Intimität aufzubauen. Deshalb nimmt der unsicher - vermeidende Bindungstyp auch oft eine “Schutzhaltung” an und vermeidet Beziehungen.


Dieser Bindungstyp bist du…


Vielleicht ist dir nun bereits intuitiv klar geworden zu welchem Bindungstyp du gehörst. Wenn du dies aber noch nicht herausgefunden hast, kannst du dies durch einen einfachen Test herausfinden:


Welche Aussage trifft am besten auf dich zu?


A: Es fällt mir relativ leicht, anderen nahe zu kommen, und ich fühle mich wohl, wenn ich mich auf sie verlassen kann und sie sich ebenfalls auf mich verlassen. Ich habe selten Verlustängste oder davor, dass mir jemand zu nahe kommt.


B: Ich stelle fest, dass andere nicht so nah an mich herankommen wollen, wie ich es mir wünsche. Ich mache mir oft Sorgen, dass mein Partner mich nicht wirklich liebt oder nicht bei mir bleiben will. Ich möchte mich völlig an eine andere Person binden, und dieser Wunsch schreckt die Menschen manchmal ab.


C: Ich würde mich gerne mehr auf einen Partner und Freunde verlassen, aber ich habe das Gefühl, dass ich dadurch eingeschränkt werde. Ich mache gerne mein eigenes Ding und habe Angst davor mich festlegen und binden zu müssen.


D: Ich fühle mich unwohl, wenn ich anderen nahe bin; es fällt mir schwer, ihnen völlig zu vertrauen, und ich kann mich nur schwer von ihnen abhängig machen. Ich bin nervös, wenn mir jemand zu nahe kommt, und oft wollen Liebespartner, dass ich intimer bin, als mir lieb ist.

Die Auflösung:


A: Sicherer Bindungstyp (secure attachment) B: Unsicherer – ängstlicher Bindungtyp (anxious attachment) C: Unsicherer – vermeidenden Bindungstyp (avoidant attachment) D: Ängstlicher - vermeidender Bindungstyp


So kannst du an dir selbst arbeiten und gesunde Beziehungen aufbauen


Vielleicht fällt es dir bereits leicht Beziehungen aufzubauen, zu pflegen und aufrecht zu erhalten. Wenn du nun aber festgestellt hast, dass du unter Vertrauens- oder Verlustängsten leidest, Schwierigkeiten hast Intimität aufzubauen, oder Angst vor Bindungen hast, solltest du dir über folgende Dinge im Klaren werden:


1. Identifiziere dein Beziehungsmuster:

Wie waren deine Eltern zu dir?

An wen wendest du dich wenn du ein Problem hast?

Weswegen sind vergangene Beziehungen auseinandergegangen?


2. Verstehe wie du dein Selbstbewusstsein steigern kannst:

Oft erwarten wir von unserem Mitmenschen und Partnern Dinge, die wir uns selbst nicht erfüllen können. Dadurch werden wir oft enttäuscht. Allerdings ist der Spruch wahr: Wir müssen uns selbst erst einmal lieben, damit uns jemand anderes auch lieben kann.

Was brauchst du um glücklich zu sein? Wer bist du und was macht dich besonders?


3. Lerne dich und deine Bedürfnisse kennen

Wie soll dein Gegenüber dir das geben was du brauchst, wenn du noch nicht einmal weißt was genau du brauchst oder dies nicht vernünftig kommunizierst? Wir alle haben Bedürfnisse, aber oft werden diese aufgrund mangelnder Kommunikation nicht berücksichtigt. Identifiziere deine Bedürfnisse, lerne sie zu kommunizieren, und setze Grenzen. Wenn du dies auf eine freundliche und offene Weise kommunizierst, kann dein Gegenüber auch auf dich eingehen.